Wanderfahrt in und um Neustrelitz
- von Annika Thiemer
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in Aktuelles
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Sommerzeit = Ferienzeit = Wanderfahrt-Zeit!
14. - 16.08. Traditionen soll man pflegen. Was als kleine Idee im Jahr 2019 als reine Damentour begann, hat sich über die letzten Jahre als Pflichttermin für Wanderruder:innen aller Geschlechter entwickelt und ist heute ein fester Bestandteil in unserem Wanderfahrtenkalender. Unser diesjähriges Ziel: Neustrelitz an der Mecklenburgischen Seenplatte in, wer hätt’s gedacht, Mecklenburg-Vorpommern. „Warum ausgerechnet Neustrelitz?“ wird der/die geneigte Leser/in jetzt fragen. Die Antwort lautet: „Warum eigentlich nicht?“
Denn Neustrelitz hat 4 entscheidende Vorteile:
1. Neustrelitz ist schnell zu erreichen – wichtig!
2. Neustrelitz liegt am Wasser – ganz wichtig!
3. Neustrelitz hat einen Wassersportverein zum Ausleihen von Booten – noch wichtiger!
4. Neustrelitz ist die Heimat unseres Vereinsmitgliedes Susanne S. – am wichtigsten!
Und so machten sich am Nachmittag des 14. August Ronny, Florian B., Ramona, Susanne L, Marek, Frank S., Enrico, Birgit und ich auf den Weg in den Norden. Nach nicht einmal 2,5 Stunden Fahrt erreichten wir unsere Unterkunft und trafen dort auf die Lokalmatadorin Susanne S.
Eine Ausfahrt war zu dieser späten Stunde nicht geplant, sodass wir unsere Unterkunft, ein Gästehaus in der Nähe des Hafens, erobern konnten. Den Abend verbrachten wir beim gemeinsamen Abendessen und genossen die letzten Sonnenstrahlen.
Am nächsten Morgen hieß es „früh aufstehen“, denn wir wollten ja die schöne Seenlandschaft erkunden. So kamen 11 Wassersportler:innen am Gelände des Wassersportvereins Neustrelitz e.V. zusammen. Wer richtig mitgezählt hat, stellt sich die Frage: „Wer war die 11. Person?“ Wir hatten nicht nur eine Lokalmatadorin an unserer Seite, denn auch Susannes Vater war vor Ort. Dietmar, ein passionierter Wassersportler, stellte uns nicht nur die Boote bereit, sondern nutzte die Gelegenheit, auch gleich mit uns mitzukommen. So verteilten wir uns auf drei Boote: einen Vierer und zwei Zweier.
Anfangs gab es kleinere Startschwierigkeiten. Bei den Zweiern mussten einige Schrauben nachjustiert werden, aber Dank Ramonas Do-It-Yourself-Allzweck-Werkzeugkoffer mit schier endlosem Inhalt konnten diese Problemchen schnell und ohne großen Aufwand behoben werden, sodass einer entspannten Wanderfahrt nichts mehr im Wege stand. Und so machten wir uns auf ins Abenteuer…
Nach der Überquerung des Zierker Sees erreichten wir den Kammerkanal – eine idyllische Wasserstraße mit engen Brückendurchfahrten Auf halber Durchfahrt erreichten wir die handbetriebene Schleuse Voßwinkel, die uns ca. 180 cm nach unten schleuste. Am späten Vormittag erreichten wir den Woblitz See und nach weiteren sonnenreichen Kilometern den Fischereihof in Wesenberg. Der Ausstieg dort gestaltete sich aufgrund der hohen Steganlage etwas schwierig. Aber durch gemeinsame Kraftanstrengung war auch dieses Hindernis für uns kein Problem. Und so stärkten wir uns bei Fischbrötchen, Bratkartoffeln und kalten Getränken im Schatten an diesem beschaulichen Ort.
Zur Mittagszeit erreichte das Thermometer die vorab prognostizierte 37°C Lufttemperatur und dank Sonne satt mussten wir von der ursprünglich geplanten größeren Tour Abstand nehmen. So machten wir uns bald nach der Stärkung auch schon wieder auf den Rückweg – aber nicht ohne vorab die Wassertemperatur am ganzen Körper erleben zu dürfen. Das große Strandbad an der Ferienanlage Havelberge, gelegen am Woblitz See, erwies sich aufgrund mangelnder Anlegemöglichkeiten und eines großen Andrangs als unerreichbar. Unser Guide und Kenner der lokalen Gegebenheiten, Dietmar, wäre nicht unser Guide und Kenner der lokalen Gegebenheiten gewesen, wenn er nicht noch einen Geheimtipp auf Lager gehabt hätte. Und so erreichten wir kurze Zeit später einen kleinen Badestrand mit einer überschaubaren Anzahl von Badegästen.
Das kühle Nass tat uns sehr gut und wir hätten dort auch gerne noch längere Zeit verbringen können, doch so langsam kündigte sich ein Wetterumschwung mit stärker werdendem Wind an. So bestiegen wir die Boote und setzten die Skulls in Richtung Rückweg.
Den Kammerkanal, die handbetriebene Schleuse Voßwinkel, zahllose Mücken und einige enge Brückendurchfahrten später erreichten wir wieder den Zierker See. Der See wurde durch den stärker werdenden Wind nun allmählich zu einer echten Herausforderung. Aber Dietmars Erfahrung half uns durch dieses für uns unbekannte Terrain und so erreichten wir nach 30 Ruder-Kilometern am späten Nachmittag das Vereinsgelände des WSV Neustrelitz. Nach dem Säubern und Verstauen der Boote ging es erst einmal zurück in unsere Unterkunft.
Zum Abendessen erwartete uns Dietmar auf dem Vereinsgelände. Es war spürbar und erholsam kühler geworden, sodass wir dank der Grillkünste unseres Gastgebers den Abend in vollen Zügen genießen konnten.
Am nächsten und letzten Tag setzten wir nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Check-Out unsere Erkundung der örtlichen Wasserwege fort. Dietmar nutzte seine hervorragenden Ortskenntnisse und zeigte uns vom Wasser aus die Sehenswürdigkeiten des kleinen Städtchens Neustrelitz: die beschauliche Hafenanlage, das historische Bootshaus, die Weiße Brücke und das Slawendorf.
Entlang des Ufers ging es in Richtung eines weiteren Geheimtipps. Susanne führte unsere Boote zu einer kleinen Durchfahrt. Für Paddler und Kanuten wäre diese rund 400 Meter lange und zum Teil nur 3 Meter breite Passage sicher keine Herausforderung gewesen, aber bestückt mit breiten Auslegern und noch längeren Skulls erwies sich dieser Weg als einmaliges Abenteuer. Geschickte Fahrmanöver mit zum Teil nur einem langen Skull auf jeder Seite und unter Zuhilfenahme zusätzlicher Paddel ermöglichten uns durch die Durchfahrt zu unserem Ziel: Das Landhotel und Restaurant „Prälank“. Ein tolles Ambiente, nette Bedienungen und köstliche Speisen machten die Tour zu einem würdigen Finale. Leider mussten wir alsbald Abschied nehmen. Und so ging es zurück durch die besondere Durchfahrt an unseren Start- und Zielort.
Müde, aber glücklich, verstauten wir die Boote und machten uns auf den Rückweg in die Heimat. Vorher richteten wir aber einen großen Dank an Dietmar aus, der uns während des gesamten Wochenendes hervorragend unterstützt, begleitet und uns kulinarisch versorgt hat. Ein weiterer Dank geht an Susanne, die enorm viel Ihrer Freizeit in die Planung, die Vorbereitung, die Einkäufe und die Organisation der Unterkunft gesteckt hat. Nicht zu vergessen bei den lobenden Worten ist natürlich unser Wanderfahren-Urgestein Ramona, die sich Jahr für Jahr schöne, herausfordernde, aber auch gleichzeitig machbare Touren überlegt und sich dabei auch nicht von kurzfristigen Umplanungen abschrecken lässt.
Die verschworene Wanderfahrt-Gemeinschaft darf gespannt sein, wo es Mitte August 2027 hingehen wird. Neulinge und Wanderfahrt-Interessierte sind natürlich herzlich eingeladen, an diesem Abenteuer teilzunehmen. Ramona wird hierzu wieder rechtzeitig über die bekannten Kanäle informieren. Bis zum nächsten Jahr!
Timo Ziesmann