Euro Masters Regatta in München
- von Annika Thiemer
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in Aktuelles
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vier Tage voller Rennen, Medaillen und Gemeinschaft
23.–26.07. Als kleine Delegation des R.C.H.B. reisten Annika Thiemer und Daniel Schmedes nach München, um an der Euro Masters Regatta München 2026 teilzunehmen. Mit insgesamt sieben bzw. neun Rennen, verteilt auf vier Tage, erwartete die beiden ein ordentliches Programm - bei bestem Wetter und hervorragenden Bedingungen auf dem Wasser.
Donnerstag: Für Daniel und Annika begann der erste Regattatag schon früh am Morgen, denn ihr erster Start war bereits für 08:50 Uhr angesetzt. Motiviert gingen die beiden im Mixed-Doppelzweier ins Rennen über 1000 Meter bei leichtem Schiebewind. Sie konnten einen soliden Abstand zu den Plätzen drei bis sechs herausfahren. Das einzige Boot, bei dem sie nicht mithalten konnten, waren die starken Ruder:innen aus den Philippinen. So freuten sich Annika und Daniel über einen guten zweiten Platz.
Am Nachmittag ging es für Daniel im Männerriemenvierer und für Annika im Frauendoppelzweier erneut auf die Strecke. Beide konnten auch in ihren zweiten Rennen jeweils den zweiten Platz erringen.
Freitag: Noch früher ging es am Freitag an den Start. Annika und Daniel eröffneten den Regattatag als erstes Rennen mit dem Mixed-Doppelvierer. Auch hier überquerten sie als zweites Boot die Ziellinie.
Kurz darauf ging Daniel im Männerzweier an den Start. Gemeinsam mit Sebastian Förtig konnte er den „2.-Platz-Bann“ brechen und sich die Goldmedaille sichern.
Annika folgte kurze Zeit später im Frauenvierer. Nach einem packenden Endspurt wurde es ein knapper dritter Platz mit nur einer Sekunde Abstand zu den Zweitplatzierten.
Für Annika stand an diesem Tag noch ein weiteres Zweier-Rennen mit Sandra Scherfchen auf dem Programm. Beide spürten bereits die Belastungen ihrer vorherigen Rennen und konnten leider nicht mehr ihre volle Energie und Kraft über die Strecke bringen. Am Ende reichte es für den fünften Platz. Aus diesem Rennen nahmen die beiden trotzdem wichtige Erkenntnisse mit: Eine gute Pause und ausreichend Erholung zwischen den Rennen sind entscheidend.
Samstag: Am Samstag hatten beide jeweils nur noch ein Rennen zu absolvieren. Daniel ging im Männervierer an den Start, Annika im Mixed-Vierer. Die vorderen Plätze waren hart umkämpft. Daniel und seine Mannschaft errangen den zweiten Platz, während Annika mit ihrer Mannschaft als Dritte die Ziellinie überquerte.
Sonntag: Am Sonntag standen die Trophy-Rennen auf dem Programm. Die Besonderheit der Trophy-Rennen besteht darin, dass man sich vorab qualifizieren muss. Nur die sechs zeitschnellsten Boote aus den Einern, den Mixed-Doppelzweiern und Mixed-Vierern, die an den vorherigen Tagen in den jeweiligen Boots- und Altersklassen an den Start gegangen waren, durften an den Trophy-Rennen teilnehmen. Die Rennen der Masters Double und Quadruple Trophy Rennen wurden zu Ehren des ehemaligen Ehrenmitglieds der Regatta München und Ehrenpräsidenten des Bayerischen Ruderverbands, Professor Klaus Ulbrich, benannt. Als leidenschaftlicher Ruderer war er in München Mitorganisator großer internationaler Regatten und verstarb im September 2025 im Alter von 91 Jahren.
Der erste Start für Annika und Daniel war der Mixed-Vierer. Mit einem klaren Ziel gingen die beiden ins Rennen: Endlich sollte die Goldmedaille mit nach Hause genommen werden. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg konnten sie dieses Ziel tatsächlich erreichen und anschließend sehr zufrieden am Siegersteg anlegen.
Etwa zwei Stunden später hieß es erneut: ablegen. Auch im Mixed-Zweier hatten sich Annika und Daniel für das Trophy-Rennen qualifiziert. Durch das Rennen am Donnerstag wussten sie bereits, dass es kein leichtes Rennen werden würde, denn unter anderem waren auch die starken Philippiner wieder mit dabei. Trotzdem war das Ziel klar: Mindestens die Bronzemedaille sollte es werden. Annika und Daniel kamen gut vom Start weg und befanden sich zunächst im soliden Mittelfeld. Auf den letzten 500 Metern mussten sie noch einmal alles geben, um den dritten Platz zu verteidigen. Am Ende konnten sie sich über die Bronzemedaille freuen. Die Glückwünsche gingen an die Mannschaften aus den Philippinen und Österreich, die souverän die Plätze eins und zwei belegten.
Für Daniel war damit die Regatta beendet. Annika hatte sich jedoch noch in einem weiteren Mixed-Boot für ein Trophy-Rennen qualifiziert, dieses letzte Rennen sollte gleichzeitig das spannendste der gesamten Regatta werden. Lediglich die drei zeitschnellsten Boote gingen an den Start – vermutlich auch der späten Startzeit am Sonntagnachmittag geschuldet. Doch alle drei Mannschaften wollten das letzte Rennen genießen und noch einmal alles zeigen.Von Beginn an lagen die drei Boote nahezu gleichauf. Bei der 500-Meter-Marke lag Annikas Boot noch etwa eine halbe Bootslänge zurück. Mit einem weiteren Zwischenspurt wollte die Mannschaft den Anschluss auf keinen Fall verlieren. Dann kam das entscheidende „Hepp“ vom Bugmann - das Zeichen für den Endspurt. Noch einmal legten alle ihre verbliebenen Kräfte ins Boot und schoben sich Stück für Stück an die Konkurrenz heran. Zunächst konnten sie zum zweiten Boot aufschließen. Anschließend versuchten sie, auch die Italiener noch einzuholen. Diese konnten sich jedoch erfolgreich verteidigen und gewannen das Rennen mit einer knappen Bugballlänge Vorsprung - Silber für Annikas Vierer! Damit konnte Annika bei den Trophy-Rennen einen kompletten Medaillensatz gewinnen. Besonders das letzte Rennen wird ihr dabei wohl in Erinnerung bleiben. Auch wenn es „nur“ für den zweiten Platz reichte, sorgte die packende Aufholjagd auf den letzten Metern für besonders viel Spaß und Spannung.
Danach trennten sich die Wege und jeder trat die Heimreise an. Hinter Annika und Daniel lagen vier intensive, aber wunderschöne Tage in München. Obwohl sie als kleine Delegation ihres Vereins angereist waren, entstand durch die zahlreichen Renngemeinschaften schnell eine schöne Gemeinschaft auch abseits des Wassers. Genau diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, gemeinsamen Erfolgen und viel Spaß machte die Euro Masters Regatta München 2026 zu einem besonderen Erlebnis.
Annika und Daniel sind mit folgenden Ruderern gestartet:
Sandra Scherfchen (Hersfelder RV), Tobias Schmidt (ESV Schmöckwitz), Max Richter (RU Arkona Berlin), Christian Grimm (Osnabrücker RV), Arnd Garsuch (RG Speyer), Marion Peltzer-Lehr (RG Speyer), Sebastian Förtig (RG Grünau), Ulrike Urbatzka (Berliner-RC Ägir), Birgit Becker (Erster Kieler Ruder-Club von 1862 e.V.), Roland Kühn (WSV Köngis Wusterhausen), Robert Krahl (Pirnaer RV).
Annika Thiemer