Nikolausrudern 2023

von Annika Thiemer
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03.12. Ein Sonntag wie er im Buche steht und zum Rudern regelrecht einlädt. Die äußeren Bedingungen waren ideal, geradezu top: Wasser 3 °C, Luft -2°C sowie eine geschlossene Schneedecke und in den Havelbuchten Eisbildung. Zugegebenermaßen nicht wirklich für jedermann das Wetter zum Rudern.

Allerdings trafen sich 18 Unentwegte um dieses traditionelle Nikolausrudern mit viel Schwung und ohne Auszugleiten anzugehen. 3 Boote in folgender Besetzung mit den ganz mutigen Kaltduschern:

Im „Roland zu Brandenburg“ zwecks Abhärtung: Marike Dobberstein, Astrid Hampel, Anja Deterding, Susanne Schulz, Lars Beilfuß, Ingo Fattroth, Fred Buchwald und Hubertus Kuhlmey. Ein Platz blieb wegen Zugverspätung leider frei.

Im Boot „Beetzsee“ ruderten an der Eiskante: Frederik String, Guido Giuntoli, Claudia Harzmann, Susanne Lang und Florian Lorbiecki.

Im Boot „Görden“ mussten unbedingt aufs Kaltwasser: Frank Schulze, Klaus Pfeiffer, Karl Deterding, Ronald John und Ramona Bernau.

Unsere Spaßfahrt wurde natürlich mit den kopfigen Accessoires, in Form der legendären Nikolausmützen gekrönt. Ohne die geht’s einfach nicht, weil Nikorudern.

Außerdem hatten sie ja auch noch eine wärmende Aufgabe zu erfüllen. Ab in Richtung Havel mit Stopp an der Jahrtausendbrücke und dem kräftigen HO-HO-HO für alle Brandenburger. Leider waren nicht so viele Einheimische welche Ufer und Brücke säumten, was wohl auch der Kälte geschuldet war. Von dort aus ging es dann die Niederhavel abwärts in Richtung Buhnenhaus, allerdings mit Wendepunkt an der „Schweinebucht“. Zur kleinen Erklärung für die U-40-ziger: Der Name kommt daher, da unsere russischen Besatzerfreunde in den 40 bis 80-ziger Jahren dort „campierten“ und zum Selbsterhalt eben Hausschweine hielten, welche in dieser Bucht baden durften. Hat also nicht mit der Invasion in der Schweinebucht während des kalten Krieges einst auf Cuba am 17. April 1961 zu tun, als Exil-Cubaner CIA-gestützt Fidel Castro stürzen wollten. Nun genug der Geschichte – aber man kann ja damit kein niedrigeres Wissenslevel erreichen.

Bis dahin zumindest war es für den Schreiber der Zeilen an den Fingern ohne Ruderhandschuhe heftig frostig, bei Rückfahrt kam dann der Gewöhnungseffekt. Nur mein rechter Fuß wollte nicht so richtig warm werden, nach dem dieser ungefragt die Wassertemperatur testen musste (an der vereisten Alukante des Steges abgeglitten). Wer es gesehen hat – bitte nicht weitererzählen – nur Bedauern dem Opfer gegenüber äußern.

Na ja – üben, üben, üben! Auf jeden Fall kamen wir gut „Heim“ wo unsere dankbaren Küchenfeen Regina Ludwanowski und Heike Kuhlmey auf uns mit Glühwein, Kinderpunsch, gebackenen Waffeln und Quarkbällchen warteten. Auch Frank Harzmann hatte den Grill angeschmissen und leckere Bratwürste veredelt. Für die ganz Smarten gab es sogar vegane Bratwürste auf selbstgeheiztem Kohlegrill. Auch die sollen wohl lecker gewesen sein – so wurde mir von Veganern berichtet.

Anschließend saßen wir noch etwas beisammen, es gab einige Auszeichnungen für langjährige Mitgliedschaften zu übergeben und Lars hatte den Wanderruderplan für 2024 vorgestellt und natürlich schon in Druckform dabei, um diesen den Anwesenden zu übergeben. Fred Buchwald hatte noch zur Kooperation des R.C.H.B. mit dem Domgymnasium eingehender informiert als Ansatz für die Mitgliedergewinnung. Wieder einmal eine rundum gelungene echte Nikolausruderfahrt mit ebenso kernigem Wetter – alles andere wäre ja nur für Warmduscher, oder?

Damit verabschiedet sich für dieses Jahr euer Ruderkamerad Hubertus Kuhlmey (der mit dem nassen Backbordfuß) und wünscht euch eine schöne Adventszeit, nicht zu füllige Weihnachten und einen besonders guten Rutsch ins Ruderjahr 2024!

Hubertus Kuhlmey