Ruder-Europameisterschaften in Bled / Slowenien

von Annika Thiemer
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Platz 5 für Sarah Wibberenz vom R.C.H.B.

25.-28.05. Erneut hat es Sarah Wibberenz geschafft, sich für die Rudernationalmannschaft zu qualifizieren. Im leistungsstarken Feld des Frauen-Skull-Bereichs konnte sie sich durch ihre stabilen Trainingsleistungen im Winter, ihre guten Ergebnisse im Einer und auf dem Ruder-Ergometer sowie ihre Anpassungsfähigkeit im Mannschaftsboot einen der eng umkämpften Plätze im Frauen-Doppelvierer sichern. Nach nur 3 Wochen gemeinsamen Training stellten die Ruder-Europameisterschaften in Bled (Slowenien) den ersten internationalen Vergleich dar für den neuformierten Doppelvierer – bestehend aus für Sarah Wibberenz sowie Tabea Schendekehl (RC Hansa Dortmund), Pia Greiten (Osnabrücker RV) und Frauke Hundeling (DRC Hannover).

Im Training zu Hause in Berlin hatte Trainer Marcin Witkowski versucht durch viele Trainingsbelastungen die Wettkampfrennen zu simulieren, trotzdem stellen die echten Rennen nochmal eine andere Situation dar. So startete Sarahs Mannschaft etwas zu verhalten in den Vorlauf am 25.05. Die Mannschaft fand dann zwar gut zusammen und hatte ein hohes Tempo auf der Strecke, für den Sieg reichte es jedoch nicht. Nur die Britinnen als siegreiches Boot qualifizierten sich direkt für das A-Finale, alle anderen Boote mussten alle in den Hoffnungslauf, so auch das deutsche Team mit ihrem 4. Platz. Am folgenden Tag fand direkt der Hoffnungslauf statt – diesmal startete Sarahs Mannschaft deutlich aggressiver in das Rennen. Souverän ruderte die Mannschaft auf den 2. Platz und qualifizierte sich damit für das A-Finale. Nur 2 Sekunden lagen sie im Ziel hinter den siegreichen Ukrainerinnen und deutlich vor den Französinnen auf dem dritten Rang.

Am Samstag, den 27.05., fand das Finale der besten 6 Doppelvierer statt. Von der idyllischen Kulisse des Bleder Sees nahmen die Ruderinnen während des Rennens nichts wahr. Stattdessen lag die volle Konzentration auf dem Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft und auf den recht anspruchsvollen Wasserbedingungen mit einigen Wellen. Die Ampel sprang auf grün und Sarahs Vierer legte einen sauberen und schnellen Start hin. Anschließend hatte die Mannschaft jedoch etwas Probleme, einen guten Streckenschlag zu finden, die anspruchsvollen Wasserbedingungen stellen gerade für noch nicht so eingefahrene Mannschaften wie das deutsche Team durchaus eine Herausforderung dar. Doch sie ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, ruderten weiter geschlossen und zeigten ein hohes Tempo, gerade auf der zweiten Streckenhälfte und insbesondere einen guten Endspurt. In dem engen Feld konnte sich Sarahs Mannschaft damit den fünften Platz errudern. Nur 3/10 Sekunden trennten Italien, Deutschland und die Schweiz auf den Plätzen vier bis sechs, gut 2 Sekunden fehlten auf den Bronzerang. Europameisterinnen wurden die Ukrainerinnen vor den Niederlanden und Großbritannien.

Insgesamt ist das Team mit dem 5. Platz zufrieden. Auch wenn sie mit einer Medaille geliebäugelt hatten und diese auch nicht weit entfernt war, ist die Mannschaft froh, den Abstand zur europäischen Spitze im Vergleich zur Vorsaison reduziert zu haben. Durch die gewonnenen Rennerfahrungen und weiteres gemeinsames Training wird die Mannschaft alles geben, um sich bei den anstehenden Weltcups in den nächsten Wochen noch weiter nach vorne zu rudern.

Fini Sturm