Wanderfahrt auf der Mosel

von Annika Thiemer
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Mit „Mausi“ auf der Mosel

Geplant war es schon lange, einmal mit einer Barke eine Wanderfahrt auf der Mosel zu unternehmen. Wir hatten ja schon Wanderfahrten auf der Elbe, der Saar, der Schlei und vielen Seen organisiert, aber in diesem Jahr sollte es an die herrliche Mosel gehen.

Geplant war die Fahrt mit 12 Teilnehmern, dem Stamm aus dem Traditionsachter und einigen jüngeren Neulingen. Am 09.07 waren es dann 9 Ruderer, leider mussten 3 Ruderer krankheitsbedingt absagen. So machten sich Klaus Schönhoff, Frank Ekert, Jörg Hoffmann Klaus Thiele unser Potsdamer Gast Werner Sidow, sowie Olaf Jäkel und unser indischer Ruderkamerad Kaustubh Upadhyay mit unserem Vereinsbus und Frank Schulze und Helge Hübener mit dem PKW auf die über 600 km nach Bernkastel -Kues.

Wir hatten uns ein hübsches kleines Hotel (Moselhotel Weiskopf) in der Altstadt der Moselstadt ausgesucht. Leider war die Anfahrt zum Hotel ein Problem, da die Straßen so eng waren, dass sie kaum zu befahren waren. Noch am Freitag haben wir uns mit dem Verantwortlichen im Bootshaus des Bernkasteler Rudervereins 1874 verabredet, um die Ruderbarke zu übernehmen und bereits für eine Fahrt am Samstag vorzubereiten.

Die Barke „Mausi“ hat 8 Ruderplätze und ist mit üblichen Riemen zu rudern. Vor dem Bernkasteler Hafen ließen wir die Barke zu Wasser und vertauten sie bis Samstag zur Abfahrt.

Klaus hatte zum Abendessen ein herrliches Restaurant, das Schützenhaus oberhalb unseres Hotels reserviert. Im "Balkon" von Bernkastel-Kues hatten wir eine wunderbare Aussicht auf die Mosel und die steilen Weinhänge rund um den Ort. Danach ließen wir den Tag bei Bier und guter Laune auf der Terrasse des Hotels ausklingen. In der ersten Nacht im Hotel gab es jedoch einen Zwischenfall. Unser Ruderkamerad Jörg Hoffmann hatte durch einen Harnverschluß große Schmerzen, sodass wir morgens den Notarzt holen mussten. Er wurde ins Krankenhaus nach Trier gebracht. Er konnte dann Gott sei Dank wieder am Nachmittag entlassen werden.

Nach einem ausgiebigen und schmackhaften Frühstück machten wir dann unsere Wanderfahrt auf der Mosel bergwärts mit dem Ziel Kröv. Vorbei an dem berühmten Weinort Wehlen mit der "Wehlener Sonnenuhr" fuhren wir die ersten 7 km bis nach Zeltingen. Als erste Station mussten wir an der Staustufe Zeltingen durch die Sportbootschleuse per Selbstbedienung die ca. 5 m überbrücken.

Weiter ruderten wir mit der leichten Strömung vorbei an den Orten Altmachern, Ürzig, Erden Kinheim bis nach Kröv, immer mit dem Blick auf die sehr steilen Weinberge. Es sollen die Steilsten Europas sein und sehr schwer zu bewirtschaften. Deswegen ist der Moselwein auch durch den Schieferboden sehr fruchtig und durch die schwere Arbeit der Winzer auch etwas teurer. In Kröv angekommen legten wir an einem Sportbootanleger an und fanden in der Gutsweinschänke Müller einen sehr schönen Mittagshalt. Natürlich probierten wir auch den vom Gastwirt Müller selbst gekelterten Moselwein "Kröver Nacktarsch".

Zurück ging es gegen den Strom doch ziemlich beschwerlich, zumal wir immerhin 38 km hinter uns brachten. Leider hatten wir uns in der Zeitplanung ein wenig vertan und sind erst gegen 19.00 Uhr zurückgekommen, so dass unsere geplante Stadtführung ausfallen musste.

Bei unserem Abendessen im alten Bahnhof von Bernkastel hatten wir Glück, dass der zwischenzeitliche Regenguss nach 3 Stunden vorbei war und wir entgegen unseren Vermutungen trocken ins Hotel kommen konnten. Aber wie sollte es am Sonntag aussehen, fällt nun alles ins Wasser? 

Aber wir hatten wieder Glück, das Boot musste zwar ausgeschöpft werden, aber die Halbtagsfahrt fand wieder bei Sonne und warmen Wetter statt. Diesmal steuerte uns Jörg der wieder halbwegs fit war talwärts bis nach Mülheim. Nach ca. 6 km machten wir kehrt und erreichten wieder die Slipanlage in Bernkastel -Kues. „Mausi“ wurde wieder aus der Mosel gezogen, gereinigt und dem Ruderverein übergeben. Als Dankeschön überreichten wir dem Ruderkameraden Thomas Ruf unseren Vereinswimpel. Die Bernkasteler Ruderkameraden waren gute Gastgeber und haben uns dann auch noch mit 2 Flaschen Regattawein überrascht.

Dann ging es wieder Richtung Brandenburg, denn wir wollten pünktlich zu Hause sein, um evtl. noch das Endspiel der Fußball EM zu erleben.

Es war wieder eine schöne Wanderfahrt mit immerhin 50 km wanderrudern, in herrlicher Umgebung und wir haben wieder ein neues Ruderrevier kennengelernt.

Dank an alle die bei der Organisation mitgeholfen haben besonders Schulle und Klaus S.